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betete inbrünſtig zu dem kleinen ſilbernen Heiligenbilde, das über ihrem Arbeitstiſche an der Wand hing.
Aber der Tag ging hin, die Dunkelheit brach ein und das Getümmel in der Stadt nahm kein Ende; Straße auf und ab zogen brüllende Trunkenbolde, gräß⸗ liche Flüche drangen zu Kathinka's Ohren herauf und Geklirr der Waffen, und das Feldgeſchrei des Aufruhrs: Wolnoot ili smeert Freiheit oder Tod! das im Munde des Pöbels dem friedlichen Bürger ſein Schickſal kün⸗ dete, und wie eine Schlaglawine über ſein Haupt Ver⸗ derben dräuend herabdonnerte. Als aber die einbrechende, frühe Winternacht Alles grauenhafter geſtaltete, als Schlo⸗ ßenſchauer an der Fürſtin Fenſter ſchlugen, und nieder⸗ rauſchende Schneewolken wie Geſpenſtergeſtalten flüchtig an den Scheiben hinſauſeten, als ſie jetzt von dem na⸗ hen Senatsplatze einzelne Schüſſe, dann ganze Muske⸗ tenſalven, zuletzt gar Kanonenfeuer hörte, da war ihr Bleiben in der Einſamkeit nicht länger; ſie flog über die Gänge, und als ſie den Vater noch immer im Saale in geſteigerter Unruhe fand, fiel ſie zu ſeinen Füßen hin, umfing krampfig ſeine Knie, und forderte von ihm Schutz gegen die Quälgeiſter in ihrer eigenen Bruſt.—
Thörin, rief der Fürſt zornig, indem er ſie vom Boden erhob und nicht zu ſanft in einen Seſſel ſetzte,
eine ächte Ruſſin muß Freude haben an dieſem Getüm⸗
mel. Solche Freudenfeuer tönen Luſt und Triumph zu uns herüber. Es gilt jetzt! Und endlich haben die Zö⸗ gerer Ernſt gemacht.—
Da hallten auf den Stiegen draußen harte Tritte, die Thür des Saales flog auf, und herein ſtürzte der Hauptmann Jakuſchkine. Sein Geſicht war furchtbar entſtellt; Schweiß bedeckte ſeine dampfende Stirn, indeß
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