Teil eines Werkes 
4 (1843)
Entstehung
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neben Dir iſt mir als trügeſt Du die Hälfte meiner Laſt, und Du biſt mir theuer wie die Erinnerung an eine liebe Sünde der wilden Jugend.

Und Ihr gabt mir Schutz und Nahrung, fiel mild der Zitherſchläger ein, Ihr machtet mich frei von Sorge und Beſchimpfung, rettetet mich vor dem Henkerbeil, dem ich vielleicht blind im Jugendleichtſinne und im Qual⸗ gefühl des Alleinſeins entgegengelaufen. Nimmer werde ich das meinem unglücklichen Herzoge vergeſſen. Und darum flehe ich Euch: kehrt zurück in das Haus; der nächtliche Orkan läßt nach und regt nur noch leiſe die ſchwarzen Fittige des Sturmes; der blaue Maienhimmel blickt durch die zerriſſenen Wolken; ſchon dämmert das Morgenroth im Oſt, und die einzelne Nachtigall wagt einen Flötenton neben ihrem Reſte dort im Hainbuch⸗ gebüſch. Beruhigt auch Ihr den Seelenſturm in Euch und kehrt unter das Dach, wo treue Liebe um Euch ſor⸗ gen mag.

Ich darf nicht, antwortete finſter der bleiche Mann. Den erſten Maitag muß ich begehen mit Buße und Faſten, fern von den Menſchen, nur mit dem böſen Geiſte meiner Unthat allein. Keinem Prieſter durfte ich ver⸗ trauen. Denn des Goldes Glanz aus der Hand der wüthigen Agnes würde auch den Beſten zum Verrath getrieben haben; ohne Beichte und Abſolution iſt meine Sünde gewachſen in mir wie die Kuckuksbrut im Neſte des Hänflings; ſo wandere ich zu dem Hünenſtein, von wo man jenſeits der Haſe das große Crucifix erblickt. Dort oben kniee ich und ringe die Hände blutig im Ge⸗ bet und bitte um ein Zeichen der Gnade, denn hinan zu dem Bilde des Erlöſers darf ſich der Verworfene nicht wagen; und dahin folge mir, denn Du ſollſt das Leichhuhn