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An dem Rande der Waldungen, die vom Harzgebirge aus, wie ein Kometenſchweif von ſeinem Lichtkerne, ſich durch das Osnabrücker Land bis zur Grafſchaft Bentheim erſtrecken, und rechts und links Büſchelſtrahlen ausſchießen, lag, wo die Höhen den Namen Deutſchburger Waldge⸗ birge führen, im Jahre des Herrn als man ſchrieb drei⸗ zehnhundert und elf, ein altes unſcheinbares Gebäude, das, mit ſeinen grauen Mauern aus unbehauenen Steinen zuſammengefügt und mit feuchten Moosflechten überzogen, kaum einem menſchlichen Aufenthalte ähnelte. Von den mit hochſtämmigen und dichtbewipfelten Eichen bewach⸗ ſenen Höhen ſtürzte ſich ein reißender Waldbach dicht an dem Gebäude herunter, welches, wie ein kühner Kriegs⸗ geſell ſich neben den drohenden Nachbar gelagert und Jahre lang der Befehdung ſeines vom Winterſchnee hoch⸗ ſchwellenden Waſſers Trotz geboten hatte. Eingezwängt durch Steindamm und derbe Schleuße wurde der wilde Bach gezwungen, ein Mühlrad zu treiben; aber gleichſam erzürnet durch den Knechtsdienſt, tobte er tiefer deſto ver⸗ heerender in das flächere Land und richtete nicht ſelten bedeutende Zerſtörungen an, bis ihn der Haſefluß in ſein ruhiges Bett aufnahm. Das alte Gebäude thronte in einer Schlucht des Dickichts und der Felſenbrocken; vor ihm dehnte ſich jenſeits des Fluſſes in grauſer Oede die Wiſſinger Heide aus, und von da ſah man die Spitzen


