Teil eines Werkes 
3 (1843)
Entstehung
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der Lilienbruſt. Mein Bruder fühlte des Rittmeiſters Hand ſich krampfigt um ſeine Schulter klemmen, indeß Kettenbruch ſein neugefülltes Glas in einem Zuge leerte. Und warum flohet Ihr die intereſſante Zauberin, um die wir Euch Alle beneiden möchten? fragte ein flaum⸗ bärtiger Kornet.Warum brachtet Ihr ſie nicht mit aus der Fremde in die Heimath als eine gute Beute? Das will ich Euch enträthſeln, mein Freundchen, ant⸗ wortete der hämiſche Hektor.Ich ſah im Schatten des Kaſtanienbaumes noch einige andere von meiner Circe Verhexte den Eingang des Labyrinths erſteigen, wozu ich allein den Ariadnefaden zu haben wähnte, und deßhalb nahm ich mir Ulyſſes Beiſpiel zum Muſter, und floh das gefährliche Eiland. Mit Ausgelaſſenheit ſtimmte er dann ein bekanntes Reiterlied an, und ſtieß bei dem beliebten Refrain mit den Nachbarn an. Der Rittmeiſter Horſten ging in dieſem Augenblicke um den Tiſch, und hielt dem wüſten Uhlan ſein Glas entgegen.Auch Du da, Herr Bruder? ſprach Hektor leichthin.Wir tranken ſchon vorhin auf Dein Glück und das große Loos, was Du gewonnen.Ich hörte es und danke! ſprach Horſten ernſt; die Gläſer klangen melodiſch zuſammen, aber die Augen, deren Blicke ſich ſtechend trafen, blitzten ſo diaboliſch, daß meinem Bruder das Herz in der Bruſt erbebte vor der Ahnung, die durch ſein Gehirn flog. Auch ich ahne, errathe! ſtieß Adelbert hervor. O die Hölle über den teufliſchen Plapperer!

Am Morgen darauf fuhr Viktorin mit meinem Bru⸗ der zum Landgute der Brauteltern. Schön und heiter trat ihnen die Braut im Atlaskleide und dem Myrten⸗ kranze entgegen! Viktorin umfing ſie mit Heftigkeit, doch nur einen Augenblick; darnach aber hatte Azelia ſeinen