Teil eines Werkes 
3 (1843)
Entstehung
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zwei jungen Pilgern die verlorne Kraft der Sehnen zu erſetzen vermögen. Die Wolken jagen vor dem Winde, deſſen warmer Hauch den feuchten Boden trocknet; der Poſtweg und die Fürſtenſtraße ſind wohlgepflegte Pfade, wie ich mir habe ſagen laſſen. Unterwegs gibt es römi⸗ ſche Leichenſteine, egyptiſche Altäre, ein Götzenſchloß, heidniſche Löcher, den rieſigen Schreckofen, wo Höllen⸗ hunde den Goldſchatz hüten, und alle dergleichen Herr⸗ lichkeiten, und Du darfſt rechts und links nur die Hand ausſtrecken um die köſtlichen Geſteine beizuſtecken, wenn nur Dein Reiſeſack Raum genug darbeut. Für dieſe zwei Tagemärſche wird noch Mark genug in unſern Ge⸗ beinen ſein, und ich meine die Erinnerung an unſern genialen Seume, an das Muſterbild aller deutſchen Fuß⸗ gänger, wird uns im Nothfall die Sporen einſetzen.—

Wir in ein Bad, in das vornehme Getreibe der Reichen und in dieſem Aufzuge? fragte ich kopfſchüttelnd. Lieber hinauf zu einer Sennhütte, um bei dem gaſtlichen Schoſſer und der ſchmucken Sennerin uns mit der natür⸗ lichſten Koſt wiederum auffüttern zu laſſen.—

Sorge nicht, lachte Adelbert; weislich habe ich er⸗ ſpionirt, was zu wiſſen nöthig. Es gibt dort oben weder ſteife Polonaiſen, noch bachantiſche Galoppaden, weder verlockende Circen noch Corſaren am grünen Tiſche oder Roulett. Die ſtolze Nymphe von Gaſtein verſchmäht es, durch dergleichen Mittel die heurigen Gäſte für die nächſtjährige Kur vorzubereiten und feſt zu halten. Sie läßt ſogar nur frugal und ſokratiſch die Tafel ſerviren und ihr Weinlager ſoll nicht verführeriſch ſein. Da⸗ gegen bedienen die netteſten Aelplerinnen den Gaſt und kein ſpitzbübiſcher Kellner moleſtirt ihn. Auf!— nach Gaſtein, mein Freund! Die Nymphe ſelbſt iſt mir