Teil eines Werkes 
3 (1843)
Entstehung
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und Bärenkinnladen ſcharfe Angriffe dulden. Einen gräß⸗ lichen Todtengräber und grauſamen Meuchler nannte er mich, der in der Anbetung der Natur den eigenen Götzen zerſtöre und opfere, und in äffiſcher Liebe das Geliebte tödte um ſeinen Leichnam bewahren zu dürfen; doch blieb trotz dieſer öftern Befeindungen unſerer Liebhabereien die feſtgeſchloſſene Freundſchaft unverletzt, und wechſelſeitige Freude gewährte es uns, konnte ich ihm ein antikes Rüſt⸗ ſtück oder ein vergelbtes Pergament mit dem Grundriß eines Münſters, oder konnte er mir eine ſeltene Conchylie oder ein neuentdecktes Foſſil in heimlichem Kauf erſtehen, und bei der gemeinſamen Mittagstafel unter mein Gedeck verbergen. Solche Aufmerkſamkeiten gehörten zu unſern höchſten und reinſten Lebensfreuden, und wer ihre Ein⸗ wirkung erkannt, durfte uns immer deßhalb ein wenig beneiden.

Unſere Reiſe hing mit dieſen Liebhabereien zuſam⸗ men; Adelbert beſah ſich die herrlichen ſüddeutſchen Bau⸗ werke, ſtudirte beiher auch den rieſigen Zweigwuchs der Urwälder und die koloſſale Formation der Felſen und Firnen, denen die gothiſche Baukunſt ihre kühnſten Ideen entwendet, ich ſammelte dagegen beſcheiden im Buſch und Sumpf zarte Landſchnecken und Muſcheln der ſüßen Wäſſer; uns Beiden war aber dabei das unſichere Som⸗ merwetter gleichermaßen ungünſtig und hinderlich.

Bis in das ſchöne Land ob der Ens waren wir hin⸗ auf gepilgert; jubelnd hatte Freund Adelbert den Trüm⸗ merboden der altrömiſchen Juvavia begrüßt, hatte Hohen⸗ ſalzburz, das eiſerne Diadem des Mönchsberges, die köſtlichen erzbiſchöflichen Marmorbrunnen, die prachtvolle Kathedrale, das Felſenhaus des heiligen Marzinius und das ſtupefacirende Sigismundusthor angeſtaunt und in

Blumenhagen. III. 27