Teil eines Werkes 
3 (1843)
Entstehung
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Der Sommer war unbeſtändig, boshaft neckend, lau⸗ nig, als wäre die Zeituhr im April ſtehen geblieben. Mancher Tag trug alle vier Jahreszeiten in ſich; ein anderer verſetzte in die todbringende afrikaniſche Regen⸗ zeit, und ſah man auch den Himmel ſich Abends ein⸗ mal von ſchwerem Mantel entkleiden und jedes leichte Schleiertuch abwerfen, als wolle er eintauchen in den Silberſee des Mondlichtes und im erquickenden Bade ſeine miſanthropiſche Kränklichkeit abwaſchen, über Nacht zog er das alte graue Hexenkleid wieder an, und ver⸗ ſperrte am Morgen gleich einem eiferſüchtigen Moslemin die roſenfingrige Aurora wiederum hinter Gitter und Gardine. Die Jugend kümmert ſich nicht eben viel um Wetter und äußere Kleinigkeiten, im Gegentheile iſt ihr der Widerſtand ein willkommener Sporn, denn ſie übt gern und oft, muthwillig ſogar, die vergeudete und un⸗ geprüfte Kraft; aber in den Wünſchen eines Reiſenden ſpielt der klare und freundliche Himmel die Hauptrolle, und Freund Adelbert und ich wandelten bereits mehre Monate am Reiſeſtabe und im Staubhemde durch das ſüdliche Deutſchland. Eine Liebhaberei muß jeder Menſch haben, ſie iſt die beſte Geſellſchafterin in unausgefüllten