Teil eines Werkes 
3 (1843)
Entstehung
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deutſche Herzen verhaßten Namen trug, mitfeiern durfte, dem wird die Erinnerung daran nie entſchwinden, und würde er alt wie Methuſalem. Rirgend vielleicht in Deutſchland hat Natur und Kunſt ſich ſo ſchweſterlich vereinigt, mit dem höchſten Sinnenzauber das Menſchen⸗ gemüth zu vergnügen; und wie die Stadt Kaſſel, trotz aller größern Reſidenzen, bei dem Fremden den Gedanken ſofort klar werden läßt: Du biſt in einer Fürſten⸗ ſtadt! ſo muß man ſich in den Luſtgebüſchen der Wil⸗ helmshöhe zuflüſtern: Hier iſt oder war der Sitz einer Königin der Herzen, ein Hof der alten, edlen Minne!

Das Luſtſchloß mit ſeinen Flügeln im edelſten Style erbaut, damals jedoch durch die faſt abgeſchmackte chineſiſche Glasgallerie entſtellt, welche der reine Kunſtgeſchmack des rechtmäßigen Herrſchers ſpäterhin wieder zertrümmern ließ, wurde umdrängt von einem bunten Heer neugieri⸗ ger Schauer, die der Prunk der franzöſiſchen Tafel und die Muſikchöre der Garden angelockt und feſthielt. Die üppigen Gebüſche und Laubgänge höher hinauf füllten ſinnige Spaziergänger aller Stände. An dem See, der die berühmte Fontaine umſchließt, ruheten feſtlich geklei⸗ dete Familien, die Blicke hinauf gewandt zu den gran⸗ diöſen Kaskaden, die kaum ihres Gleichen haben, und auf deren Gipfel das Oetogon, ein merkwürdiger Thurmbau, den Hercules trägt, welcher ungeheuer wie ein rhodiſcher Koloß in das Land ſchauet, und ein Denk⸗ mal der Kühnheit ſeines Erbauers bleibt, da fünf Per⸗ ſonen Platz in ſeiner Keule haben, und die wundervolle Ausſicht in eine der ſchönſten Fluren Deutſchlands zu⸗ gleich genießen können.

Auf der ſchneckenförmigen Fahrſtraße, die im Zickzack