Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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für Alle die ernſte Entſcheidung an des Vaters erſtem Worte.

Blodhand erhob ſein Geſicht aus den Locken des Mädchens, in denen er die naſſen Augen verſteckt ge⸗ halten. Mit ſcharfem Blicke ſah er zuerſt auf den zagen⸗ den Kronſciold.

Nun, mein Lieutenant? fragte er mit Ironie in Blick und Ton. Wo iſt der Platz zum Duell? Wann werdet Ihr Eure Kugel dem Kindesmörder durch das eherne Herz jagen?

Ihr waret ſein Gegner? fragte Folkerts voll Ent⸗ ſetzen und wachſender Angſt. Euch hat er gefordert, Euch, den Vater ſeiner Geliebten?

Das Geſicht des Kapitäns verlor langſam ſein finſteres Anſehen, und ganz ungewöhnliche, freundliche Lichtblicke ſtrahlten aus ſeinen tiefen Augen. Ja, ja, ſagte er, wie ſcherzend faſt, der junge Bär wollte mir an das Leben; aber ich muß geſtehen, er iſt mir nie ſo liebens⸗ würdig vorgekommen als eben in dem Augenblicke, wo er ſich mir recht furchtbar und gehäſſig zeigen wollte. Oluf, Du ſelbſt biſt Schuld, wenn ich Dir wortbrüchig werde, denn Du entſagteſt ja vorhin ſchon, und ſegneteſt an meiner Statt. Du haſt mir das Kind bewahrt, ſie iſt Dein doppeltes Eigenthum geworden, und ich darf nicht zurückfordern, was Du verſchenkteſt.

Vater! ſtammelte Kronſciold. Verſtehe ich Euch recht, darf ich Euch nennen wie mein Herz gewünſcht von lange ſchon?

Aber nicht zurück zu der ſchauervollen Stadt voll blutiger Geiſter, entgegnete ernſt und ſchauernd der Alte. Ueber das Meer zum Aſyl der Menſchenwürde und Geiſtesfreiheit.