Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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wohl ſtand, Sie ſind plötzlich aus einem Fremden unſer Vertrauter geworden, und Ihre Achtung für mich hat vielleicht einen Augenblick geſchwankt bei meinem Be⸗ nehmen. Sie werden unſere Verhältniſſe bald ganz kennen lernen, und dann weniger hart den jugendlichen Brauſekopf beurtheilen, denn auch Sie waren jung und Ihr Auge ſpricht von reichen Erinnerungen. Das haben Sie aber ſicher ſchon jetzt erkannt, daß dieſer hier in unſerem Bunde der höhere iſt, und kennen Sie erſt ſein

Opfer ganz, werden Sie ihn betrachten wie ein über⸗ menſchlich Weſen und mich um ſeine Liebe beneiden.

Ihr Bekenntniß zeugt, daß Sie ſeines Opfers werth ſind, erwiderte der Oberſtlieutenant, und ich meine, die Größe dieſes Opfers wäre mir nicht ganz fremd geblie⸗ ben, und ich möchte wie der Tyrann von Syracus wünſchen, der Dritte in Eurem Bunde zu ſein.

Er hätte daſſelbe für mich gethan! rief Folkerts, und ſah mit wahrhaftem Entzücken in des Freundes Geſicht.

Aber Egwia! fiel dieſer ein, und alle drei verließen auf dieſen Ruf Zimmer und Haus, und der Herr Jocon⸗ dus, der mit weit offenem Munde das Alles angehört, und jetzt unruhig ſeine Perrüke von einem Ohr zum andern ſchob, blieb zu ſeiner Betrübniß allein in ſeinem Stübchen.

Weit voran eilte Kronſciold über die Straße, und nur Folkerts Nachruf: Sie war krank; ſie wird erſchrecken! zähmte ſeinen Lauf. Oluf trat zuerſt in das Zimmer, aber Egwia hatte kaum ſein erhitztes Antlitz geſehen, ſo rief ſie: Er iſt da! Er iſt angekommen! Wo weilt er noch? und ihr Ausruf erſtickte auf Folkerts Munde alle Einleitungsworte, welche er im Hergehen ausgeſonnen.