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Kronſciold faßte mit jugendlicher Heftigkeit den Alten an beiden Schultern feſt und fragte nochmals: Wo iſt Eure, meine Egwia?—
Tief begraben unter den Wellen, antwortete Blod⸗ hand mit hohlem Tone, nicht ich, nicht Du, nur der ſcharfzahnige Hai wird ſie finden.—
Einen Augenblick ſtand Kronſciold wie zu einer Bild⸗ ſäule geworden, dann ſtieß er den Kapitän gewaltig zu⸗ rück, daß er taumelte, und that einen furchtbaren Schrei und ſchlug beide Hände vor ſein erblichenes Geſicht. Aber ſogleich kam wieder eine wilde Lebendigkeit in den jungen Mann.
Du biſt ihr Mörder, ihr ſchändlicher, verruchter Mörder! ſchrie er gleich einem Wahnwitzigen. Von Dir fordere ich meine Egwia, meine Braut, den Engel, den Du zum Verderben ſchleifteſt! Nein, ſie war Deine Tochter nicht. Wie kann das reine Lamm in des Tigers Bett gerathen? Ja, verdammt mußt Du Dich fühlen, verdammt biſt Du, auf Dein Geſicht ſind alle Marken der Hölle gezeichnet. Aber kann ich genug daran haben? Mein Erdenglück haſt Du geſtohlen, und ja, ich darf es ſtolz ausſprechen, auch Egwia's Erdenglück war durch Deine Rachſucht zerträmmert. Und was haſt Du Dir ſelbſt geraubt? Welch eine Tochter war ſie! Ihre kind⸗ liche Pflicht hielt ſelbſt gegen die glühendſte Liebe Stand, und das iſt ſelten wie Phönir und Karfunkelſtein. Und welch ein Sohn wäre ich Dir geworden! Trotz Deiner Härte, trotz Deines eiſigen Kaltſinns ehrte ich Dich, liebte ich Dich. O du wareſt ja Egwia's Vater, und ich wollte von Dir des Lebens ſchönſte Krone erbitten. Jenſeits wird Dich ein furchtbarer Gerichtsherr verur⸗ theilen, aber hier unten darfſt Du auch nicht ungerichtet
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