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Hima hatte ſein Geſchnatter angehört mit immer mehr erbleichenden Wangen; als er jetzt aber kühner auf ſie eindrang, flammte die Glut der Scham und des Zornes zugleich über ihr Geſicht. Zurück! rief ſie mit heller Stimme. Der Herr hat ehrlicher Eltern Tochter vor ſich, und läßt er den thörichten Spaß nicht, ſo rufe ich das Haus wach, und die Folgen mag dann der Herr ſich ſelbſt zuſchreiben.—
Sperrſt Du Dich, kleine Kokette? lachte der Junker. Weißt auch Du ſchon, daß geraubte Frucht am ſüßeſten ſchmeckt und die Wehr den Sieg vergnüglicher macht? Ziere Dich nur immerhin, ich will thun, als glaubte ich daran, und Dir die Küſſe, nach denen Deine rothen Lip⸗ pen ſo lüſtern ſind, aufdringen.
Mit kräftigen Armen umfing er ſie jetzt, riß ſie an ſeine Bruſt, und das Mädchen fühlte am Drange des Blutes, welches gewaltſam gegen ihr Herz hinſtrömte, daß ſie einer Ohnmacht nahe und dann verloren ſei. In einem lauten Schrei machte ſich ihre Angſt Luft; aber der Stürmer kehrte ſich nicht daran, und ſchon fühlte ſie ſeine Küſſe und den ſtechenden Zwickelbart auf ihrer Stirn, ihrem Nacken und den Wangen, die im doppel⸗ ten Feuer der Scham und der Verzweiflung erglüheten. Ein Retter kam unverhofft und auf dem unbetretenſten Wege.
Nis Ipſen hatte nach dem Mittagsmahle das alte Leibroß ſeines Herrn, welches krank geworden, auf dem grünen Anger hinter dem Schloßgarten ſpazieren geführt. Der gute Holſteiner ward müde durch die erzwungene Promenade, ſtreckte ſich in das hohe Gras und ſog mit den weiten Nüſtern wollüſtig den erquicklichen Dunſt der rothen Kleeblüten ein. Nis ſah dem alten Wulf


