Teil eines Werkes 
2 (1843)
Entstehung
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aufſuchte, ihr in den Schloßgängen zu begegnen. Sie kannte nichts von dem, was die verſtohlenen An⸗ deutungen enthielten, die der Schwede im Vorbeigehen flüſterte, und mit denen er zedes Mädchen in Stockholm ſofort roth gemacht haben würde; ſie verſtand ſeine Sprache nur zur Hälſte; ſo ging ſie unſchuldig und ſorglos neben dem Verſucher hin, entflammte aber ge⸗ rade dadurch ſeine verwegenen Wünſche mit jedem Tage mehr.

Wohl bemerkt hatte der Lieutenant die Stunde, wo Hima täglich ſeine Zimmer aufzuräumen pflegte, eine Stunde, die ihn gewöhnlich zu militäriſchen Pflichten abrief, und welche ſie wahrſcheinlich darum zu dieſer Dienſtpflicht auserleſen hatte. Abſichtlich kürzte er eines Nachmittags ſeine Geſchäfte ab und ſprengte mit erhitz⸗ tem Geſichte und aufgeregter Phantaſie zurück zum Schloſſe. Das Geſchick ſchien ihm günſtig: die Thore des Edelhofes ſtanden geöffnet; der Hof war menſchen⸗ leer und das Innere des Gebändes ſchien ausgeſtorben. In ſeinem Kabinet hielt der Edelherr die Ruhe nach der Mittagstafel; die Diener waren in den Nebengebäuden beſchäftigt, die Knechte auf Feld und Wieſe bei der Arbeit. Durch leiſern Auftritt das Geklirr der Sporen auf den breiten Steintreppen und in den hallenden Gängen vermeidend, gelangte er zu der Thür ſeines Zimmers, ſtieß raſch ſie auf und ſah mit Entzücken darin Hima aufräumend und ordnend, erhobener die Roſen ihrer Wangen gefärbt durch Arbeit und Mittags⸗ ſchwüle, enthüllter den lockenden Reiz ihres Körpers in der leichtern Haustracht für ſolche Arbeiten. Verwundert ſchaute das Mädchen auf ihn, wie er haſtig den losge⸗ ſchnallten Pallaſch auf den Tiſch warf, die Blechhaube

Blumenhagen. II. 2