von verſchloſſenem Ingrimm, er galt dem Schickſale, welches dem ſchlanken Nis Ipſen jetzt das Letzte und Liebſte zu nehmen drohete, das durch die Bande des Blutes auf Erden ihm verbunden geweſen: die liebe Mutter, für welche er ſo ſchwer gearbeitet, für die er das Wenige geſpart, was der Dienſt auf dem Edelhofe des Herrn von Bombel ihm eintrug, und mit der er die höchſte Wolluſt der Dankbarkeit und der Wiederver⸗ geltung verlieren ſollte.
Hima! ſagte er mit dumpfer Stimme zu der feinen Dirne, welche ihm gegenüber ſaß und der Kranken die trockenen Lippen aus dem irdenen Milchnapf feuchtete; Hima, laß ſie ruhen! Sie wird auf Erden kein Gericht mehr mit Vergnügen koſten, das du ihr bereiteteſt, ſich nicht mehr erquicken mit dem Weine, den ich ihr Sonn⸗ tags einſchenkte. Dieſe Freude iſt nun auch geweſen, und mit ihr das Beſte fort aus meinem Leben, und ich möchte morgen zu den Werbern gehen, und gegen den Landesfeind treten, der über das Meer kam.—
Nicht alſo, Nis! entgegnete die Dirne im Tone ſanften Vorwurfs, indem ſie die langen, flachsgelben Haarflechten, die ihr bei dem Riederbeugen über das Geſicht gefallen waren, zurückſtrich und ihre frommen Augen recht lieb und ſchmerzlich zu ihm aufſchlug. Wenn die Mutter Dich ſo wild reden hörte, gewiß ihr würde der Tod ſchwerer werden. Nein, Du mußt nicht ſo hef⸗ tig ſein überall, hier am wenigſten, wo Du lernen könnteſt, wie ſichs mit einem guten Gewiſſen und dem Erlöſer im Herzen ſo leicht und ſo ſanft der letzten Stunde entgegenſieht.—
Ja, ja! antwortete Nis, Du und die Mutter, ihr zwei ſeid ganz anders wie das gewöhnliche Menſchenvolk.


