Schwerer und ſchwerer athmete die kranke Alte; die Bruſt beſaß nicht mehr die Kraft, wiederum auszu⸗ ſtoßen die eingeſogene Luft; ein tiefer Seufzer half dann zuweilen dazu und klang hohl wieder von der dünnen Lehmwand der Hütte, in welcher man den Todtenwurm durch die Stille deutlich picken hörte, durch die Kirchenſtille, welche das Sterbebette einer frommen Greiſin wie mit einer heiligen Oſterfeier umgab. Neben — dem kargen Bett ſaßen zwei junge Leute auf grobge⸗ ſchnitzten Schemeln wortarm ſich gegenüber; beide blü⸗ hende Bilder der Jugend, denen man anſah, daß der Anblick des Todes ſie erſchütterte, da ſie in ihrer Kraft nicht begreifen konnten, wie Sterben im Raume der Möglichkeit liegen könne. Der junge Burſch war eine Muſterform der Männlichkeit in ihrer unverdorbenſten Natur. Selbſt in den dürftigen Kleidern eines Knechtes fiel der hohe ſchlanke Wuchs angenehm in das Auge, muskelvoll waren die nackten Arme, die Geſichtszüge ſcharf, das Auge, trotz der hellen Bläue, voll Glanz, und das blonde Haar kräuſelte ſich rund um eine ge⸗ wölbte Stirn, auf der nichts von Knechtſchaft zu leſen war, und welche jetzt düſtere Falten bedeckten, die dem Blicke unter der zuſammengezo enen Augenbraune einen Ausdruck von zürnender Heftigkeit gaben, der fürchten machen konnte. Aber keinem Menſchen galt dieſer Ausdruck
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