Teil eines Werkes 
1 (1843)
Entstehung
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vielleicht nie wiederkehrt. Das ſollte der liebe Major bedenken. Aber nun geht er fort mit ſeinem Groll, und ich werde nun weinen müſſen die ganze Nacht, und das Feſt muß mir verhaßt ſein, da die Erinnerung daran mir wie eine Sünde däucht.

Die erfahrene Frau von Leitzkau umfaßte ſchmerzlich das bewegte Töchterchen; Cäciliens unſchuldige Herzens⸗ ſprache hatte ihr mehr verrathen, als ihr lieb ſein konnte, und ſie wünſchte ſeufzend, der Lützow'ſche Horniſt möchte noch in dieſer Nacht zum Aufbruch blaſen.

Früh am andern Morgen ſaß der Major von Hoch⸗ horſt ſchon im völligen Anzuge vor ſeinem Schreibtiſche, ſein aufgeſchlagenes Tagebuch vor ſich. Man ſah ihm die halbdurchwachte Nacht an, aber ſeine Züge verloren dadurch nicht, ſondern gewannen an Annehmlichkeit; duldſame Friedlichkeit und Reſignation ſprachen aus ihnen, und brannte das Auge weniger grell, Milde und Güte leuchteten daraus wie Himmelslichter.

Sollte es dennoch wahr ſein, redete er vor ſich hin, daß der Menſch die Grenzſteine der Natur nicht unge⸗ ſtraft verrücken darf? Hat der Schöpfer darum die Lebensalter geſchieden, wie die Zonen des Erdballs durch den grünen Myrtenkranz, die graue Silberkrone und den weißen ſtarren Eisreif? O der Traum war ſo ſchön und überaus erquickend und verjüngend! Der Be⸗ ſonnenſte mußte ſich in ihm berauſchen! Aber ſtill, du thörichtes, ſchon halb verknöchertes Herz! Es darf ja nicht von dir die Rede ſein. Ihr Glück war die Be⸗ dingniß, und haſt du vordem oft dein höchſtes Gut für einen lockern Kameraden oder das Phantom der Ehre aufs