Teil eines Werkes 
1 (1843)
Entstehung
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glauben ſollen, er ſei wenigſtens ein Dreißiger; aber er machte mir recht ehrbar den Hof und tanzte ſehr ſchön und leicht. Deine Cäcilie war wirklich recht vergnügt in ſeiner Nähe; und als es mir endlich einfiel, daß das nicht gut ſei, und daß Freund Richard das tadeln müßte, und ich reuig beſchloß, mich durch frühen Abſchied ſelbſt zu ſtrafen, und nun noch einmal, zum letztenmal, auf meinen Tänzer blickte, da wurde mir plötzlich klar, war⸗ um das Alles gekommen, denn der Lieutenant Waiſe ſah dir ähnlich, ſo ähnlich, als ſei er dein Bruder, nur jünger war er, nicht ſo männlich als du, nicht ſo lieb und mild blickte ſein dunkles Auge, als das deine mich anſchauet.

Der Major ſtarrte ſprachlos das Mädchen an und ſeine Augen hafteten noch feſt auf dem üppig geſchwellten Munde des Mädchens, als ſie ſchon lange nicht mehr ſprach, und recht kindlich mit zurückgebogenem Nacken zu ihm empor blickte. Dann ſeufzte er recht hörbar aus tiefer Bruſt, preßte ſie ſo feſt an ſich, daß ſie im Weh aufrief, und ließ die Betroffene dann ſanft auf einen Seſſel nieder.

Ruhe dich aus, liebes Töchterchen, ſagte er recht leiſe; du biſt erhitzt, erſchöpft vom Tanze; die Mutter hätte nicht ſogleich fahren ſollen.

O mein beſter Freund! entgegnete Cilla beſtürzt, zürneſt du denn, und hat mein kindiſches Betragen dich bös gemacht? Ich habe dich ja ſo recht von Herzen lieb, und könnte nimmermehr ſein ohne dich.

Du biſt mein unſchuldiges, frommes Täubchen, ſprach Herr Richard mit freundlichem Tone, aber ſchmerzlicher

Miene; aber das Täubchen fühlt die Frühlingsluft im

Blut, und entflattert froh dem Winterhauſe. Ich zürne

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