Teil eines Werkes 
2. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2

ſelber, in ſcharlachrothen, reich mit Spitzen beſetzten Sammet gekleidet. Dabei trug ſie einen prächtigen Schmuck von Perlen und Diamanten. Ein handeau von den nämlichen koſtbaren Steinen umgab ihren Kopf und verlieh, da es etwas zu eng anſchloß, ihrer breiten mit Sommerſproſſen bedeckten Stirne das Ausſehen vom Knie eines Hochländers, das aus einem zu engen Strumpfband hervortritt. So nichtsſagend und ungeſtalt das Aeußere der Frau Maclaurin ſchon von Haus aus war, ſo machte ſie doch ihr glänzender Anzug noch häßlicher, ihr Be⸗ tragen und ihre Haltung war ſo auffallend gemein, daß ſich Jedem der ſie ſah die Ueberzeugung auf⸗ drang, die Natur habe ſie keineswegs dazu be⸗ ſtimmt, die Rolle einer Lady zu ſpielen, oder den koſtbaren Schmuck zu tragen, der an ihr ſo gar nicht am Platze zu ſein ſchien. Ihre gemeine Ge⸗ ſichtsfarbe, ihr ſchlechter Wuchs und ihre rohen Ge⸗ ſichtszüge glichen denen der iriſchen Aepfelweiber, die man an den Ecken gewiſſer Straßen in London ſieht und erſchien in deſto nachtheiligerem Lichte, je mehr ſie mit ihrer außerordentlich reichen Klei⸗ dung im Widerſpruch ſtanden. Ihre Arme und Hände, groß, ſchlecht geformt und roth, bewieſen, an welch' harte Arbeit ſie ſonſt gewöhnt geweſen und die Spuren davon vermochten alle Schönheits⸗ mittel nicht zu vertilgen, zu welchen Frau Maclau⸗ rin ihre Zuflucht nahm. Es gibt vielleicht keinen