Druckschrift 
Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Die Ueberraſchung. 119

von Walden aber redete ihm ernſtlich ein und ſuchte ihm zu beweiſen, daß er nur ſich und ſeine Gemeinde in große Ungelegenheiten bringen könne, wenn er ſich nicht füge. Nach Allem, was geſchehen war, konnte Clignet ſich das ſelbſt nicht mehr verhehlen. Er bat darum nur noch um die Erlaubniß, ſich mit ſeiner Familie und den Vorſtehern ſeiner Gemeinde kurz zu berathen. Auch das geſtand ihm Waolden nach einigem Bedenken zu. Die Vorſteher wurden ſchleunig in die Pfarrwohnung beſchieden, und ihre, ſo wie die Stimmen der neuerdings geängſtigten Frauen beſtimmten den Prediger, dem Befehle Folge zu leiſten.

Niemand war zufriedener, als Herr von Walden. Er hatte ſeinen Auftrag glücklich vollführt, und zwar, wie er meinte, wirklich ohne Anwendung von Gewalt. Von den Vorſtehern ließ er ſich das Wort geben, daß ſie erſt morgen am Tage der Gemeinde von dem Abzuge des Predigers Kunde geben und für die ruhige Haltung derſelben bürgen wollten. Hierauf verabſchiedete er ſich freundlich, und die Gemeindeglieder, welche einzeln noch ihr Augenmerk auf die Pforte des Kloſterhofes gerichtet hatten, ſahen ihn ohne den Pfarrer mit ſeinen Reitern von dannen ziehen.

Am Morgen nach dieſer ſchweren Nacht, als eben der Tag zu grauen begann, glitt ein kleines Schifflein den Neckar hinab an der Stadt Heidelberg vorüber. Der Prediger mit den drei Frauen ſaß darin, die Herzen voll Weh, die Augen voll Thränen. Außer den Ruderern waren noch vier treue Männer der walloniſchen Gemeinde dabei, die noch