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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
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Der geheime Rath. 111

warum ſollt' ich feige aus dem Wege gehen? Ich bin es meiner Familie und meiner treuen Gemeinde ſchuldig, daß ich nicht zuerſt an mich denke. Wenn der Hirte zuerſt zaghaft wird und fliehet, was ſoll die Heerde denken und thun?“

Sowohl der Fremde als auch die beiden Begleiter Clig⸗ nets machten Einwände. Die beiden letzteren hegten offen⸗ bar große Beſorgniß um ihren lieben Pfarrer. Dieſer aber blieb feſt bei ſeinem Vorſatze.„Liebe Herren,“ ſprach er zuletzt,„redet mir nicht mehr ein, ich will, ich muß noch einmal in die bisherige Heimat ziehen.“

Mit dieſen Worten ſtand er auf und blickte durch das Fenſter.„Kommt, Freunde!“ rief er,„die Fähre wird ſo⸗ gleich wieder am Lande ſein. Wir wollen gehen, und Gott möge uns geleiten.“

Sie gingen, und der Fremde gab ihnen das Geleite bis unter die Hausthüre. Dort ſagte er noch:„Ich wünſche von Herzen, daß meine Warnung unnöthig geweſen ſein möchte; reiſet glücklich, ihr Herren!“

Während die drei ihm den Rücken zukehrten, ſah er ſcharf nach dem jenſeitigen Ufer hinüber. Da drüben hielt ein Reiter, der auf etwas zu warten ſchien. Der Fremde ſah ihn, zog ein weißes Tuch aus der Taſche und ſchwenkte es dreimal in der Luft. Siehe, da trabte der Reiter am jenſeitigen Ufer raſch davon. Clignet und ſeine beiden Freunde ſahen davon nichts. Sie ahnten auch nicht, daß der eifrige Warner ein verabredetes Spiel getrieben haben könne. Während aber ihr Kahn raſch über den Rhein da⸗