Der geheime Rath. 103
Abſchreiten inne und ſagte:„Elsbeth, ſaget, was ihr wollet, ich kann es nicht für gut und heilſam halten, daß dieſe braven, fleißigen, und ſtillen Leute außer Landes ſollen. Ich möchte ſie im Lande behalten, und weiß doch nicht, wie ich das anfangen ſoll.“
„Das wäre wohl wünſchenswerth,“ verſetzte die Kur⸗ fürſtin:„aber es wird kein anderes Mittel geben, als daß man ihren ſtarrſinnigen Prediger davonjagt und ſie zurück⸗ hält.“
lsbeth, wo denket ihr hin?“ rrief der Kurfürſt. „Dieſe Leute ſind nicht wie das ſchwanke Rohr, das der Wind hin und her wehet. Es ſind keine von denen, die aus purem Unglauben Lärm machen und deren Hitze dem Strohfeuer gleichet. Es ſind das Leute, die im Feuer⸗ ofen der Trübſal hart und feſt geworden, ſie fallen nicht ſo leicht ab, wie die Kinder des Unglaubens. Zudem haben ſie mein fürſtlich Wort, daß ſie ungehindert ziehen dürfen, das werd' ich nimmer brechen. Wenn ihr nichts beſſeres zu räthen wiſſet Der Kurfürſt redete nicht aus, ſondern ſchritt in ſeinem Gange, den er wieder durch das Zimmer gemacht, gerade zur Thüre hinaus. Er war offenbar unzufrieden, faſt unwillig. Die Kurfürſtin blieb ruhig ſitzen und verſank auf einige Augenblicke in tiefes Sinnen. Es iſt gewiß, die Kurfürſtin Eliſabeth war eine fromme Frau. Es war ihr hoch ernſt um die Sache des Evange⸗


