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Neues Hoffen und neues Leid. 101
„Ihr habt ihn nicht geſehen? Ihr wißt nicht mehr von ihm?“ ſprach der Pfarrer mit einem Blicke, als wolle er in der Seele des Mannes leſen.„O ich bitte euch um Gottes willen, ſaget mir alles, was ihr von dem Knaben wiſſet, denn er war doch wohl mein Kind.“
„Ich weiß nicht mehr,“ ſagte der Hugenotte.
„Alſo todt!“ ſprach der Pfarrer ruhig, aber mit einem ſchweren Seufzer. Er ſelbſt hatte ſich längſt mit dem Ge⸗ danken vertraut gemacht, aber er gedachte in dieſem Augen⸗ blicke an die Hoffnung ſeiner greiſen Mutter und wie ſie mit ihren Worten nicht ſelten auch in ihm und ſeinem Weibe noch einen ſolchen Hoffnungsgedanken erweckt hatte. Damit war es nun auch aus und er hatte eine Botſchaft heimzu⸗ bringen, welche die vielgeprüfte Familie wieder um eine Hoffnung ärmer machte. Es fiel ihm gar nicht ein, daran zu zweifeln, daß der Paul Clignet, von welchem der Huge⸗ notte gehört haben wollte, ſein verlorenes Kind ſei, obgleich er dafür in keiner Art einen beſtimmten Beweis hatte. Ja er fand ſogar einen gewiſſen Troſt darin, daß er nun wußte, was aus ſeinem Sohne geworden ſei, und glaubte damit auch ſeine Gattin noch mehr beruhigen und tröſten zu können. Der Gedanke, daß ſein Paul aus der Höhle ſo wunderbar geführt worden und im Kampfe um ſeinen Glauben gefallen ſei, hatte etwas erhebendes für ihn, obwohl er die Trauer ſeines Herzens nicht ganz beſiegen konnte. Am weheſten that es ihm, daß er nichts näheres über das Schickſal ſeines Kindes erfahren konnte. Und ſo verließ er denn mit


