44 Viertes Kapitel.
während Handreichung that, wurde Paul ein noch viel kräf⸗ tigerer Knabe, als er es früher ſchon zu werden verſprach. Sein Geſicht war friſch, von der Sonne gebräunt und von dichtem, dunkelbraunem Haare überſchattet. Aber auf den Zügen dieſes Geſichtes lag ein ungewöhnlicher Ernſt, und ſeinem ganzen Ausdrucke ſah man an, daß in dieſem jungen Kopfe ein bedeutender Grad von Willensſtärke und Feſtig⸗ keit wohnte.
Die Fiſcherin namentlich hatte nicht ſelten Gelegenheit, Proben dieſes feſten Willens zu ſehen. Seit geraumer Zeit ſchon wiederholte ſie faſt täglich ihre Verſuche, den Knaben in den Schoos der katholiſchen Kirche zu führen, aber immer vergebens. So oft ſie davon anfing, ſo oft ſie ihn bewegen wollte, ſo wie ſie zu beten, oder mit ihr und ihrem Manne in eine der Kirchen Lüttichs zur Meſſe zu gehen, ſtellte er ihr eine beharrliche Weigerung entgegen. Zwar bezeigte er ſich bei dieſen Gelegenheiten nie eigentlich trotzig oder mür⸗ riſch, er war nicht undankbar gegen die Leute, die ihn vom Tode gerettet und ſo gaſtlich aufgenommen hatten und ihn wie ihr Kind behandelten; er bat jedesmal nur, man möge ihm das nicht zumuthen, weil es gegen den evangeliſchen Glauben ſtreite, in dem er getauft und von ſeinem frommen Vater bisher erzogen und unterrichtet worden ſei. Damit blieb er unverrückt bei ſeiner bisherigen Art zu beten und zu denken. War er draußen allein, ſo ſang er die Pſalmlieder, die er gelernt hatte, und an den Sonntagen ging er gewöhn⸗ lich in ein nahes Wäldchen, ſuchte ſich ein ſtilles Plätzchen


