42 Drittes Kapitel.
ſo allein nicht gehen, du würdeſt unterwegs ſicherlich zu Grunde gehen.“
Um ihn zu zerſtreuen, nahm der Fiſcher den unglück⸗ lichen Knaben bisweilen mit auf den Fluß, auch hatte er ihm eine Angel gegeben, mit welcher er oft am Ufer ſaß. Aber immer größer ward ſein Heimweh nach den Seinigen. Er kam nun auf den Gedanken, nach Antwerpen zu wandern. Dort hoffte er noch bekannte und befreundete Familien zu treffen, mit denen er ſeinen Eltern nachziehen könnte. We⸗ nigſtens glaubte er, dort ſicherlich etwas von dieſen zu hören.
Als er den Fiſchersleuten dieſen Plan mittheilte, ſchien er dem Manne wohl einzuleuchten, aber die Frau wußte allerlei dagegen einzuwenden. Es ſchien in der That, als ob ſie den Knaben nicht mehr gern von ſich laſſe. Sie hatte Gefallen an ihm, um ſo mehr, da ſie ſelbſt keine Kinder hatte. Nur eines war ihr ein Dorn im Auge, nämlich daß Paul proteſtantiſch war. Sie war eben auch von dem unſeligen Wahn befangen, daß nur ein Katholik ein wahrer Chriſt ſei, daß nur ein Katholik ſelig werden könne, ein Proteſtant aber ohne Gnade verdammt werden müſſe. Sie glaubte das wirklich feſt, und betrachtete deßhalb den kleinen Reformirten mit aufrichtigem Mitleiden. Es war ihr ein Gräuel, wenn er betete und dabei nicht das Kreuz ſchlug, nicht die Jung⸗ frau Maria und keinen Heiligen anrief. Und doch betete er das Gebet des Herrn mit den nämlichen Worten, wie ſie, und bekannte mit denſelben Worten, wie ſie, den Glauben an Gott Vater, Sohn und heiligen Geiſt! Er galt nun
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