26 Drittes Kapitel.
ſpät Abends der brave Steinhauer erſchien und erklärte, die wilden Soldaten⸗Horden ſeien abgezogen und er glaube, daß man ohne große Gefahr weiterziehen könne. Zu größerer Sicherheit verſprach er, die Auswanderer auf einem einſa⸗ meren Seitenwege einige Stunden weit zu führen.
Die Nachricht erfüllte Aller Herzen mit großer Freude. Denn der traurige Aufenthalt in der dunkeln Felſenhöhle war ihnen nach und nach außerordentlich drückend geworden. Sie ſehnten ſich unausſprechlich nach dem hellen Tageslichte und nach der friſchen, freien Frühlingsluft, die draußen wehte. Es wurde alſo beſchloſſen, mit dem früheſten Morgen auf⸗ zubrechen. Ja man wollte noch den Mondſchein zur Reiſe benützen und darum ſchon einige Stunden nach Mittern acht die Höhle verlaſſen.
Der abnehmende Mond ſtand hoch am Himmel, als man die Wagen und Pferde aus der Petershöhle zog und dann möglichſt ſtill, aber doch in gedrängtem Schwarme aus der beengenden Höhle unter die Bäume des Waldes herauseilte. Der Pfarrer ordnete den Zug, damit nament⸗ lich in der Nacht und Dämmerung weder Unordnung noch Gefahr entſtehen könne. Als die Glieder der einzelnen Fa⸗ milien beiſammen waren, ſuchte der Geiſtliche auch die Seinigen auf. Die Großmutter ſaß bereits auf dem Wagen, die kleine Marie bei ihr, aber Paul fehlte.„Wo iſt unſer Paul?“ fragte Eliſabeth voller Beſorgniß ihren Gatten. Weder der Vater noch Marie wußten es. Das Mädchen behauptete, ſie habe ihn noch nicht geſehen, ſeit
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