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Glaubenstreue oder die Wallonen in der Pfalz : Erzählung / von Friedrich Blaul
Entstehung
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24 Zweites Kapitel.

weit in der Ferne ein anderer Chor daſſelbe Lied in noch tieferen, feierlicheren Tönen wiederholte.

Nach Beendigung des Geſanges begann Clignet ſeine Predigt. Er hatte den ſehr paſſenden Text Micha 7, Vers 8 und 9 gewählt:Freue dich nicht, meine Feindin, daß ich darniederliege ich werde wieder aufkommen. Und ſo ich im Finſtern ſitze, ſo iſt doch der Herr mein Licht. Ich will des Herrn Zorn tragen, denn ich habe wider ihn geſündiget, bis er meine Sache ausführe und mir Recht ſchaffe. Er wird mich an das Licht bringen, daß ich meine Luſt an ſeiner Gnade ſehe. Er zeigte ſeinen Zuhörern, daß ſie ein ähnliches Schickſal hätten, wie die erſten Chriſten, die auch nicht ſelten in unterirdiſchen Höhlen und Gewölben ihren Gottesdienſt feiern mußten. Noch nie hatte er inni⸗ ger zu den Herzen geſprochen und niemals war die Erbau⸗ ung ſeiner Gemeinde größer geweſen, als hier unten im Bauch der Erde, in dieſer dunkeln, ſchauerlichen Felſenhöhle.

Nach dem Gebete des Geiſtlichen folgte eine Handlung, welche die ganze Verſammlung faſt noch tiefer ergriff. Ein geſtern in der unterirdiſchen Höhle zur Welt gekommenes Kind ſollte auch hier in der Tiefe der Erde die Weihe der heiligen Taufe empfangen. Die ganze Gemeinde wollte Pathenſtelle bei dem Kinde vertreten, und die verehrteſte Perſon in derſelben, die alte Mutter Cornelia, ſollte die ganze Gemeinde vertreten und das Kind aus der Taufe heben. Ihr wurde der Säugling in die Arme gelegt, und ſie ward mit ihm vor den verſteinerten Stamm getragen,