Teil eines Werkes 
1 (1859) Armand
Entstehung
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Herrin verrathen könne. Gewiß bedurfte es einer großen Schreibfertigkeit, um die Handſchrift eines Andren zu verfälſchen; Armand traute in dieſer Be ziehung einer Kammerjungfer freilich nicht viel zu, aber gab es nicht Andre, die dies für gute Bezahlung thun konnten? Armand wußte nicht, was er glauben ſollte.

Mein Herr, Ihr Bediente wartet unten mit dem Mantel! unterbrach ihn der Diener in ſeinem Nachdenken, denn dieſer konnte doch unmöglich glauben, daß ein ſo vornehmer Herr ſelbſt in ſolcher Verkleidung ohne Mantel gekommen ſei.

Mein Bedienter? fragte Armand verwundert.

Es ſchien mir ſogar, als ſeien es zwei Be⸗ diente, die unten warten!

Zwei? fragte Armand noch mehr verwundert. Haben Sie die Bedienten geſehen?

Ja, ich war vor Kurzem unten und öffnete die Thür; es ſtanden zwei Männer auf der Straße, die ich nicht kenne.

Und dieſe ſagten, ſie ſeien meine Diener?

Das gerade nicht, denn ſie zogen ſich ſchnell zurück, aber ich glaubte.

Hat etwa der Herr, der ſoeben gekommen, Be⸗ diente bei ſich? unterbrach ihn Armand.