die Kleine noch am Leben ſei, und bald erſcheinen werde, um ihre Rechte wahrzunehmen. Er erbot ſich, den Beweis zu führen, daß die Erbin, ſtatt in den Flammen umgekommen zu ſein, vielmehr durch ihm unbekannte Perſonen weggelockt und entführt worden, der Brand des Hauſes ihrer Mutter aber nur erſonnen und ausge⸗ führt wäre, um die Nachricht des Todes glaubwürdig zu machen. Wer die Unthat verübt, behauptete er nicht zu wiſſen, obgleich er Winke fallen ließ, die für Editha und Roland peinlicher waren, als ſelbſt der Verluſt des Erbes. Er ſuchte Roland in den Ver⸗ dacht zu bringen, als ob er das Kind aus dem Wege geräumt und verborgen habe, um ſich und ſeiner Schweſter auf alle Fälle die reiche Erbſchaft des Oheims zu ſichern.
Die Sache wurde von Brapyley ſo glaubwürdig gemacht, daß der junge Capitain Roland Forreſter die Hoffnung aufgab, den Advokaten aus dem Felde zu ſchlagen. Raſch entſchloſſen nahm er, da ohnehin mittlerweile der Krieg beendigt war, ſeinen Abſchied, verwandelte ſeine wenige Habe, bis auf das Nothdürftigſte, in Geld, und drang mit ſeiner Schweſter, deren Glück er ſich fortan ganz widmen wollte, in die Wälder des Weſtens ein. Seine Abſicht war, wie ſchon erwähnt, Land anzukaufen und als Anſiedler ſeine Lebenszeit hinzubringen.
Die Lage des jungen Abenteurers, der ſo edelmüthig war, ſeine ganze Zukunft und die ſichere Hoffnung auf Ruhm, Auszeich⸗ nung und Ehre dem Wohle einer geliebten Schweſter aufzuopfern, nahm die ganze Theilnahme des wackeren Oberſt Bruce in Anſpruch. Er ſchüttelte kraftvoll und herzlich die Hand des Jünglings und ſagte mit ungewöhnlichem Nachdruck:
„Hört, Capitain, ich liebe und ehre Euch, als wenn Ihr mein eigener Sohn wäret! Was übrigens den bewußten Brapyley anbetrifft, ſo iſt er nicht mehr und nicht weniger als ein bloßer Bekannter von mir, den ich nur aus alter Gewohnheit meinen Freund genannt habe. Die Wahrheit zu ſagen, halte ich ihn jetzt für einen ausgemachten Schurken, und zweifle nicht, daß dem von ihm vorgezeigten Teſtamente nichts als Schändlichkeit und Lüge zu Grunde liegen. Denkt an mich, die Wahrheit wird noch zu
Tage kommen, und bis dahin betrachtet mich als einen Freund,
der mit Freuden Leib und Leben für Euch opfern wird, wenn Ihr ſeiner bedürft.“ S
der Erbin Beſchlag von der Erbſchaft, indem er behauptete, daß
Telie Doe, die im Zimmer zurückgeblieben war, während die


