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Die Gefahren der Wildniß : eine Erzählung für die reifere Jugend / nach d. Engl. des Dr. Bird bearb. von Franz Hoffmann
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Alſo morgen ſchon wollt Ihr Euern Weg weiter fortſetzen? fragte er den jungen Offizier.Ich kann Euch nicht bitten, zu bleiben, da ich ſehr gut weiß, wie edel die Zeit in unſerem Lande iſt. Aber gern hätte ich's geſehen, wenn Ihr ein paar Monate geblieben wäret.

Der Capitain dankte für dieſe freundliche Aeußerung ſeines 47 Wirthes, und fragte ihn dann, ob der Weg nach den Fällen des Ohio viele Gefahren und Schwierigkeiten böte.

Keine auf Erden!« entgegnete der Oberſt.Der Pfad iſt

breit und eben, und es führt eine ſo herrliche Spur durch den Wald, wie ſie Menſchen und Laſtthiere nur machen können. Und

von Gefahren habt Ihr auch nichts zu befürchten, denn ſeit vori⸗

gem Jahr, wo es ein ziemlich hitziges Gefecht gab, haben wir hier

zu Lande nichts von Indianern geſehen. Uebrigens halte ich es

für ganz unnöthig, daß Ihr tiefer in die Wälder eindringt. Bleibt hier in unſerer Nähe, und ſchlagt Eure Zelte in dieſer Anſiedelung auf, welcher die Indianer nicht leicht nahe kommen werden. Hier findet Ihr Schutz für Eure Schweſter, und überdieß ein ſo gutes

Land, wie pur an irgend einem andern Orte Amerika's. An Geld

kann's Euch ju nicht fehlen, da Ihr ohne Zweifel der Erbe Eures

Oheims ſeid.

Nein, leider, das bin ich nicht, erwiederte der Capitain;

und dieß eben iſt der Grund, weßhalb ich einen Landſtrich auf⸗

ſuchen muß, wo die Ländereien weniger hoch im Preiſe ſtehen,

als hier.

Was tauſend! rief der Major aus.Der alte Forreſter war der reichſte Mann in Prince⸗Georgs⸗Land, wie ich von meinem alten Freunde Brapley oft genug gehört habe, und hatte, ſo viel ich weiß, keine Kinder. Wer iſt denn der Erbe?

Richard Braxley, Euer alter Freund, wie Ihr ihn nanntet, entgegnete Roland.Und darum wandere ich in Kentucky ein, als ein Abenteurer und Glücksjäger, indem mein Capitainsgehalt nicht hinreicht, für mich und meine arme Schweſter zu ſorgen.

Oberſt Bruce, neugierig geworden, legte dem Capitain noch mehrere Fragen vor, und erfuhr nun Folgendes, was wir unſern Leſern mittheilen müſſen, da es in genauem Zuſammenhange mit den Ereigniſſen ſteht, welche wir zu erzählen haben.

Major Roland Forreſter, der Oheim unſeres Capitain Forre⸗ ſter und Editha's, war das Haupt einer reichen Familie am James⸗ fluſſe und der ältere von zwei Brüdern. Der Jüngere mußte, wie