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Die Gefahren der Wildniß : eine Erzählung für die reifere Jugend / nach d. Engl. des Dr. Bird bearb. von Franz Hoffmann
Entstehung
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vorrede.

Vor etwa ſechszig oder ſiebenzig Jahren war der Staat Ken⸗ tucky in Nordamerika lange nicht ſo bevölkert, wie jetzt, wo zum großen Theil die mächtigen Urwälder gelichtet ſind, und an den Stellen, wo ſonſt undurchdringliche Wildniß den Boden bedeckte, ſich freundliche Städtchen und Dörfer ausbreiten. Die wenigen Männer, welche dazumal kühn genug waren, in dieſe Wildniſſe einzudringen, um an geeigneten Orten Häuſer zu bauen und Pflanzungen anzulegen, mußten auf ungebahnten Wegen unendliche Leiden und Mühſeligkeiten ertragen. Sie mußten Berge überſteigen, über Sümpfe und Ströme ſetzen und die Wälder im Angeſichte von Feinden durchziehen, deren Auge jederzeit wachſam, deren Buͤchſe jederzeit geladen war, um den Tod in die Bruſt des verwegenen Eindringlings zu ſenden. Und wenn dieſer nun die Gefahren der Reiſe glücklich überwunden hatte, dann mußte er erſt noch den Grund und Boden, auf welchem er ſich anzubauen gedachte, von den Wilden erkämpfen, mußte ihn den Händen der Indianer entreißen, welche zugleich tapfer, grauſam, liſtig, und zu jeder That entſchloſſen, keine Luſt verſpuͤrten, ihre blühenden Gefilde und wildreichen Jagdgründe

an unbekannte Fremdlinge abzutreten. Sie lauerten im Walde

vor den Pforten der einſamen Blockhäuſer auf den kühnen An⸗ ſiedler, und wehe ihm, wenn er unvorſichtig genug war, ſeine Perſon den Blicken der Feinde Preis zu geben. Oft weckte ihn das Geheul der Wilden vom Schlummer auf, und in blutigen