Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
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Verworfenheit wollen wir ein Beiſpiel aufſtel⸗ len in der Perſon des Van⸗Deſuyten, eines beruͤhmten Wechſelers von Rotterdam.

Von ſeiner zarteſten Kindheit an, zeigte unſer Held die verderblichſten Neigungen; die Jagdhunde ſeines Vaters zu vergiften, die Voͤ⸗ gel ſeiner Mutter durch tauſend verlängerte Martern hinzuopfern, darin beſtand ſchon in ſeiner Knabenzeit ſein groͤßtes Vergnuͤgen, und als er größer wurde, machte es ihm koͤſtlichen Spaß, Pferde lahm oder todt zu reiten. Selbſt die Dienſtboten erfuhren ſeine Grauſamkeiten und mehr als eine Kammerfrau mußte die ſchmerzhafteſte Behandlung von dem kleinen Barbaren erdulden.

Deſuyten beſaß ibrigens eine ſehr einneh⸗ mende Geſichtsbildung, und durch dieſe betrü⸗ geriſche Maske wurde ſeine Bosheit nur zu ſehr beguͤnſtiget. Als er nach dem Tode ſeiner Eltern, bei welchem Ereigniß ein ſtarker Ver⸗ dacht von Vergiftung auf ihm haften blieb, in den Beſitz eines koloſſalen Vermoͤgens gekom⸗ men, nahmen ſeine verbrecheriſchen Neigungen einen Aufſchwung der um ſo kuͤhner war, je mehr der Zwang ihn gedruͤckt hatte, den er ihnen unter der vaͤterlichen Herrſchaft an⸗

thun mußte. Von dem Mißbrauch des Ver⸗

trauens in Verwaltung betraͤchtlicher Summen