Teil eines Werkes 
2. Bd. (1821)
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nen gießt Jupiter in Fluthen die Einflüſſe

des Guten und des Boͤſen auf die Sterblichen herab, und die Welt, meinte er in ſeinen Trugſchluͤſſen,iſt ein elendes Theater, wo der einfältige, gutmuͤthige Menſch das Opfer des ſtaͤrkern und ſchlauern wird. Welche von die⸗ ſen beiden entgegengeſetzten Rollen ſoll ich nun. wählen? doch wohl nicht die der dummen Einfalt? RNein, dafuͤr bewahren mich mei⸗ ne Talente, und mein Geiſt; das Geſchick mei⸗ nes Lebens ruht alſo in meinen Haͤnden, wenn ich die Mittel, welche mir die Natur ſo reich⸗ lich verliehen hat, geſchickt anzuwenden ver⸗ ſtehe. Ich ſehe nicht ein, fuhr er in ſeinem verbrecheriſchen Selbſtgeſpräche fort,warum ich nur einen Augenblick Bedenken tragen ſoll⸗ te Dſchingiskan, Tamerlan, der Charlatan Mahomet, o ſie zeichnen mir die Bahn des Ruhms vor; je groͤßer und ungewoͤhnlicher meine Verwegenheit, deſto außerordentlicher wird auch mein Ruf ſeyn. So komm denn du maͤchtiger Genius des Boͤſen, werde mein Beſchuͤtzer, und fuͤhre in mir einen deiner eif⸗ rigſten Anhaͤnger unter gluͤcklichen Auſpicien nin ſeine ruͤhmliche Laufbahn ein.

Nach dieſer hölliſchen Geiſterbeſchwörung ließ ſich eine ſchwarze Wolke in das Gemach herab und uͤberzog mit einem Trauerflor alle Lheile deſſelben. während eine reizende