Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1803)
Entstehung
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im Denken, im Empfinden, Uebereinſtimmung in Wuͤnſchen und Neigungen, ſollten uns allmaͤh⸗ lig zuſammen bringen. Leidenſchaft iſt Stroh⸗ feuer, laͤßt dies die Flamme auch noch ſo hoch und wild aufſchlagen, ſie verſengt ohne zu er⸗ waͤrmen, ſie ziſcht aus, und der erſte Windſtoß zerſtreut die leichte Aſche aus Achtung ſoll Freundſchaft, und aus dieſer Liebe werden den ſuͤßen Gleichlaut aller dieſer Gefuͤhle nenne ich Sympathie das Leben zweyer Menſchen, die Sympathie vereinigt, gleicht dem ſanften ſtil⸗ len Dahingleiten eines Fluſſes durch blumichte Auen, in deſſen ruhlger Oberflaͤche der reine blaue Aether ſich ſplegelt.

Adolph. O Auguſte! dies Bild wie vernuͤnftig und doch, wie ruͤhrend und ſchoͤn!

Auguſte. Vernuͤnftig! ja wohl!.. mancher wuͤrde das achtzehnjaͤhrige Maͤdchen eine Traͤumerin nennen aber mit dem ernſten Be⸗ griff einer gluͤcklichen Ehe kann ich unmoͤglich el⸗ nen Liebes⸗Roman verbinden! Das Maͤdchen, das ſich alles zu Roſenfarben denkt, deſſen Gluͤck als Weib hat nicht ſelten das Schickſal der Roſe ich hoffe auf Freuden als Gattin und als Mut⸗

ter, bin aber auch auf Thraͤnen gefaßt!

Adolph. Auguſte!(nach einem langen um tuhigen forſchen den Blich) iſt ihr Herz noch frey?