Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1803)
Entstehung
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TI2

Adolph. Iſt es die Freundſchaft, iſt es die Liebe, die der Kuͤnſtler uns hier verſinnlichen wollte?

Auguſte. Keines von beiden, und doch beide zugleich ſollt' ich denken. Es iſt die Sym⸗ pathie. Liebe und Freundſchaft fließen hier zu⸗ ſammen...

Adolph. Ach! wer ſo, wie dieſe holden Knaben ein Herz an das ſeinige druͤcken kann und ſagen. Wir ſind uns genug! Sie haben Recht, Auguſte, es darf Freundſchaft nicht Liebe allein, es muß beides zugleich ſeyn. ich habe einen Freund, hier in ihrem Umgange, theue⸗ res Fraͤulein! habe ich ſchon manche Sorge ver⸗ geſſen, manche Stunde ſuͤß vertrͤumt aber die ſe Zauberworte, die den Menſchen zum Halb⸗ gott. zum Schopfer ſeiner eigenen Welt ma⸗ chen... die werde ich vielleicht nie ſprechen duͤrfen!

Auguſte. Beſcheidenheit im Wuͤnſchen, die Kunſt zu entbehren, und in der ganzen Schd⸗ pfung, ſo wie die Bienen, allenthalben den Ho⸗ nig des Lebens, Freude und Frohſinn, mit wei⸗ ſer Hand ſammeln.. die Roſe nicht ohne Dor⸗ nen, nicht ein ganzes Leben ohne Thränen ver⸗ langen dies leltet auf die ſparſam betretene Bahn, auf der ſich die beſſern Menſchen begegnen,

deren gelaͤuterte Seelen der Sympathle huldigen.