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nicht zu verzeihen!— da ſetze ich mich hin— ſchreibe ihr die ganze umſtaͤndliche Geſchichte der armen Caroline— beruͤhre aͤußerſt behutſam ihr geſtriges Betragen— meine Augen wer⸗ den naß— mein Herz faͤugt an lauter zu ſchlagen— ich begehe die unverzeihliche Thor⸗ heit und waͤlze auf mich allein die ganze Schuls — mein Herz ergießt ſich unter meiner Feder in
den Ausdruͤcken der innigſten Liebe, und Ja
ich haͤtte es voraus wiſſen ſollen!— erhalte meinen Brief unerbrochen zuruͤck— jezt iſt's aus— es iſt vorbey!— Gott im Himmel! noch muß ich dieſem Gevanken ausweichen, der wie der Engel mit dem flammenden Schwerd vor mir ſteht, um mich auf ewig aus dem Pa⸗ radieſe der Liebe zu vertreiben.— Ich komme aus ihrer Straße„ ſie hat noch Licht— ich hoͤrte ihre Stimme, ſie ſang zum Klavier. das Sterbelied unſerer Liebe!. Raßdorf! ich werde noch um den Verſtand kommen!... Sage mir nur, kannſt du eine ſo ſchnelle Veraͤnderung begreifen— ein Maͤdchen wie Wilhelmine— ich moͤgte mich ſo gerne vom Gegenthell uͤberzeu⸗ gen, und doch, doch!.„ habe ich nicht ſelbſt gehoͤrt, ſelbſt geſehen?— llegt er nicht da die⸗ ſer Brief, den ich mit naſſen Augen und zittern⸗ der Hand, mit einem Herzen voll Liebe und Reue ihr ſchrieb?— Wie wird ſie jezt uͤber den Thoren lachen, deſſen Seligkeit ſie war!.


