Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1803)
Entstehung
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ihre Ueberellung herzlich bereut, ſie wollte Aus⸗ fluͤchte ſuchen, aber ihr Oheim litt es nicht. weil

ſie bereits zu weit gegangen war, um nun mit Anſtand zuruͤck treten zu koͤnnen.. Mein Brief, den ich in der erſten Aufwallung zerriß, du wirſt dich des Vorfalls noch erinnern, licgt in ihrem Schreibetiſch, ſie hatte die Stuͤcken zuſammen gelegt, ihn oͤfters geleſen, und dabey Thraͤnen in den Augen gehabt. Liebes theueres Min⸗ chen! nun darf ich nicht zu deinen Fuͤßen flie⸗

gendich an mein Herz druͤcken und wa⸗

rum nicht? mein Raßdorf, ich darf durch⸗ aus nicht! Sie weiß, wie hochſt ungerne ich ſie Komddle ſpielen ſehe ſie konnte glauben, ich wollte jezt erſchmeicheln, was ich nicht ertrotzen konnte. Das ſoll ſie nicht! und gerieth ſie nun vollends auf den Gedanken, der verſohn⸗ ten Liebe die Convenlenz aufzuopfern, ſo wuͤrde mir's der aͤngſtliche Geheimerath nicht vergeben konnen, und ſo ganz uurecht haͤtte er nicht ſie ſoll, ſie muß jezt mitſpielen; denn auch eine angefangene Thorheit muß man, wenn es durch⸗

aus nicht zu redreſſiren iſt, conſequent durchſe⸗

tzen aber bey dieſer erſten Vorſtellung, dafuͤr ſteh' ich, ſoll es ſein Bewenden haben, denn nun werde ich unſere Verbindung, die ich mit epikuriſchem Muthwlllen verſchob, ſo viel es in meinen Kraͤften ſteht zu beſchleunigen ſu⸗ chen.