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heit darauf— nun fiel jener ſo ſehr unerwarte⸗ te Auftritt vor, den ich dir in der erſten Aufwal⸗ lung in meinem lezten Briefe umſtaͤudlich detail⸗
lirte.— Dies alſo zur Erlaͤuterung, und zu⸗
gleich als Rechtfertlgung meines Entſchluſſes, Wilhelminen eine Zeit lang ſich ſelbſt zu uͤberlaſ⸗ ſen. Um mich vor eigener Schwachheit zu ſi⸗ chern, habe ich dem Geheimenrath geſchrieben, daß wichtiger Geſchaͤfte halber ich jeder Zerſtreu⸗ ung entſagen muͤßte.— Herr von Doͤrner nimmt
ſo etwas buchſtaͤblich— Wilhelmine aber wird
den Wink verſtehen— auch meine Meinung in
Anſehung des Geſellſchaftstheaters iſt ihr bekannt,
und ſpielt ſie dennoch mit. nein, nein! ich will dir's nur geſtehen, lieber Raßdorf! mein
Herz iſt nicht kalt genug, um dieſe ſtoiſche Rolle
mit Wuͤrde bis an's Ende ſpielen zu konnen!—
ich werde eine Thorheit begehen, mich Wilhelmi⸗
nen zu Fuͤſſen werfen, und mit Bitten erflehen, was ich mit Gruͤnden haͤtte durchſetzen ſollen.— Daß dieſe demuͤthigende Scene dem kuͤnftigen Haus⸗PVater aͤußerſt nachtheilig ſeyn wird, ſehe ich ſehr wohl ein— ich gebe hierdurch der Ge⸗ liebten eine Bloͤße, welche die kuͤnftige Gattin leicht mißbrauchen koͤnnte.— Du wirſt mich ei⸗ nen Sonderling nennen— und da muß ich dir zum zehnten, zum hundertſtenmal, antworten — iſt es meine Schuld, wenn Temperament,
Erziehung und umſtänz 5 ſo und nicht an⸗


