Teil eines Werkes 
3. Theil (1804)
Entstehung
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breitete ſich damals ein dunkles' Geruͤcht, als ſey er bey weitem nicht mehr ſo hoch in der Gna⸗ de beym Fuͤrſten als ehedeſſen; nur in der Ge⸗ ſellſchaft ſeines Hayns ſchlen es ihm noch wohl zu ſeyn, und es verging kein Tag, daß ſie nicht mit einander Stunden lang ſpazieren ritten, oder gingen; ich war aber mit meiner ungluͤcklichen Leidenſchaft ſo einzig beſchaͤftigt, daß dles alles nur einen geringen voruͤbergehenden Eindruck auf mich machte; es war mir gegluͤckt, Aſſen zu⸗ weilen bey meiner Tante zu ſprechen. Die Un⸗ vorſichtige ließ uns ofters alleln, und ſchon froh⸗ lockte ich insgeheim uͤber den vergeblichen Kampf, zwiſchen Grundſaͤtzen und Liebe, ſchon ſah ich“ meinen Sieg, mein Verderben Wonnetrunken vor Augen, als eines Morgens mein Mann zu mir hereintrat; ſeine krauſe Stirn, ſein finſterer Blick machte mich erblaſſen.— Ich muß ſie bitten dieſe Beweiſe ihrer Schande kuͤnftig beſſer zu verwahren, ſagte er, indem er mir Aſſens Brief, den ich ſchon ſeit einigen Tagen vermiß⸗ te, uͤberreichte. Dieſer Brief haͤtte eben ſo gut in die Haͤnde eines Bedienten, als in die meini⸗ gen fallen koͤnnen, und leider haͤngt meine Ehre von der ihrigen ab!— Er wollte gehen; uͤber⸗ waͤltigt durch das Gefuͤhl meines Vergehens ſtuͤrzte ich, laut weinend, ihm zu Fuͤßen, um⸗ faßte ſeine Knie, bat, flehte um Gehoͤr, und geſtaad ihm alles meine Schwaͤche, melne Unvorſichtigkelten ,„ und beſchwor ihn endllch