Teil eines Werkes 
3. Theil (1804)
Entstehung
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dern und dies, ſollte ich denken, waͤre doch wohl das Weſentliche

Auguſte. Doch nicht!

Ich. Ich muͤßte iugen, wenn ich nicht frey geſtaͤnde, daß ſolche moraliſche Vorzuͤge weit ſchneller auffallen, und einen tiefern Eindruck auf mich machen, wenn aͤußere Schdoͤnheiten die unverkennbaren Spuren einer ſchdnen Seele mir verrathen. Nie, zum Beyſpiel, wuͤrde ich mich uͤberzeugen können, daß dleſer niedliche Mund das HOrgan eines boſen Herzens ſeyn, und dieſe ſchoͤnen Augen beym Anblick der lel⸗ denden Menſchheit trocken bleiben konnen....

Auguſte.(mit frohem Muthwillen) Sie ſind eln Kuͤnſtler, ein Schwaͤrmer, ein Schmeich⸗ ler ich kenne ſie nun, und werde auf melner Hut ſeyn!

Die Symphonie war zu Ende, der Vorhang rauſchte in die Hohe, es wurde Kabale und Liebe gegeben. Meine ſchone Rachbarinn war mir merkwuͤrdig geworden, ich näͤhm mir daher vor, phyſiognomiſche Bemerkungen anzuſtellen, und theilte alſo meine Aufmerkſamkelt zwiſchen ihr und der Buͤhne. Wie reichlich wurde ich nicht fuͤr dieſe kleine Anſtrengung belohnt; wel⸗ che ſchnelle Reizbarkelt und Richtigkeit des Ge⸗ fuͤhls, welche Mobllitaͤt in dieſen nievlichen Zuͤ⸗ gen! Jeden ſchoͤnen Gedanken, jede inte⸗ reſſante Situation genoß lch doppelt, nur ſelten verwandte ſie ihr Ange von der Buͤhne. Eln