Teil eines Werkes 
2. Theil (1804)
Entstehung
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Maͤdchen als ſeine kuͤnftige Gattin, obgleich das, was ihn nach Emilien hin zog, ulcht Liebe, nicht Leidenſchaft, ſondern ruhiges Wohlwollen, und äberlegte Neigung war aber wer iſt ſie? wo iſt dieſe Mutter, welche unſer Wohlthaͤter, ſelbſt in dem letzten Augenblick ſeines Lebens mit ſo warmer Theilnahme erwaͤhnte?.. Die Beant⸗ wortung dieſer Frage lag ihm ſehr am Herzen. Zwar war er in jedem Fall bereit, den letzten Willen des Grafen ſtreng zu befolgen, aber den⸗ noch war die Geheimnißvolle Dunkelheit, in der die Geburt ſeines zukuͤnftigen Weibes eingehuͤllt war, ſeinem Ehrgefuͤhl nichts weniger als gleich⸗ guͤltig.

Eines Abends als er allein bei Emilien ſaß, nach einer wechſelſeitigen Ergießung, wagte er es, jedoch mit aller nur moͤglichen Schonung, dieſe Saite zu beruͤhren. Emilie erblaßte, er ſah eine Thraͤne in ihrem Auge ſich bilden, und wollte kurz davon abbrechen Nein! nein! rief ſie aͤngſtlich und verlegen; ſchon laͤngſt hatte ich mir vorgenommen offenherzig daruͤber mit ihnen zu ſprechen halten ſie nur dem ſchuͤch⸗ terneu unerfahrnen Maäͤdchen etwas zu gute, Lieber Ludolph! ich welß mir ſelbſt nicht jene Aengſtlichkeit zu erklaͤren, die mich ein jedes⸗ mal bei dieſem ſo wichtigen Gegenſtand uͤber⸗ fällt.Nicht minder heilig als ihnen iſt mir