Teil eines Werkes 
1. Theil (1804)
Entstehung
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Wangen, ihr niedergeſenktes Auge warf zuwellen verſtohlene Blicke auf den munteren, ſtolz um ſich blickenden Braͤutigam, ihr wallender Buſen ver⸗ rieth Unruhe, Sehnſucht und den Wunſch nach ſußer Einſamkelt in die zu langſam herbeyſchlei⸗ chende Daͤmmerungsſtunde. Ihre Geſplelinnen bildeten hinter ihr eine liebliche muntere Gruppe, die funkelnden Blicke der Maͤdchen ſchweiften von dem gluͤcklichen Paar zu ihren Geliebten hinuber, ſie waren alle weit zaͤrtlicher uud hingebender als gewoͤhnlich; ſo oft ſie aber die Braut wieder an⸗ hlickten, wurden ihre Mienen ernſter, indem ein unmerkliches Laͤcheln ſich um ihren Mund bllde⸗ te; ſie ſchienen den Gang, die Stellung, eine jede Bewegung der Glucklichen zu ſtudiren, und die ſuße Ahnung, daß auch ihnen naͤchſtens dieſe bange ſuͤße Stunde ſchlagen wuͤrde, preßte ihr Herz wolluͤſtig zuſammen. Zu dieſem laͤndlichen Gemaͤhlde gehdrte noch ein Juͤngling, deſſen Tracht und aͤußere Bildung, obgleich ſehr ein⸗ fach, dennoch keinen gemeinen Landmann verrieth; er ſtund nachdenkend an eine Linde der Avenuͤe gelehnt, den Blick auf Sophien gerlchtet, die, um den Zug beſſer zu ſehen, ſich von ihrem Va⸗ ter entfernt hatte. Sie hatte den Juͤngling nicht pemerkt; ihrem Vater fiel er auf; er winkte ihm näͤher zu treten; er erkundigte ſich bey ihm nach den Namen der Neuvermaͤhlten; und nach und nach entſpann ſich unter ihnen folgendes Ge⸗

ſpraͤch: 3