Teil eines Werkes 
2. Bd. (1870)
Entstehung
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klägliches Wimmern hörte und in einer nicht ſehr tie⸗ fen Schlucht eiuen Menſchen liegen ſah, der ſchwer verwundet ſchien.

Sofort wendete ich um, kletterte an einer zugäng⸗ lichen Stelle abwärts und fand in der That einen Mann, der arg verletzt war und dem Anſcheine nach mit dem Tode rang. Bereits faſt ganz mit Schnee bedeckt, lag ſein todtes Pferd nicht weit von ihm ent⸗ fernt, und es ſchien daraus hervorzugehen, daß er wohl einen großen Theil der Nacht in dieſem jämmerlichen Zuſtande zugebracht haben mußte.

Vor allem flößte ich ihm den Reſt meiner Flaſche ein, in welcher ich noch ein wenig Branntwein hatte, dann lud ich ihn auf meine Schultern und ſchleppte ihn aus dem Bereiche des Schnees, da ihn die Kälte nicht weniger als ſeine Verletzungen zu peinigen ſchien, und während dieſer Ausübung meiner Chriſtenpflicht ſah ich, daß es einer derjenigen war, welche, geführt von Agacio, uns im Gebirge verfolgt hatten. Indeſſen war es nicht nöthig, ihn jener alten Geſchichte wegen zu tödten, denn nachdem ich ihn im Trockenen hatte, bemerkte ich wohl, daß er nicht mehr lange zu leben hätte.

Er ſchien übrigens das ſelbſt zu fühlen, und dank⸗ bar, weil ich ſeine ſchlimme Lage wenigſtens nach Kräften verbeſſert hatte, machte er mir Geſtändniſſe.“