Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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304 Salvator.

ſich eben der klare Verſtand, weil er den Grund einſieht, zum Glauben bekennen.

Im vollen Laubſchmuck prangten die ſchönen Berge, welche

ihren Fuß in einem der reizendſten Alpenſeen badeten, recht im Mittelpunkte der Beſitzungen des Freiherrn von Moos. Dort lag auf einem die Gegend beherrſchenden Vorſprung das Schloß Moosring mit feſten Thürmen und Zinnen, von Außen einer ſtattlichen Fürſtenburg vergleichbar. Vor den Reiſenden, welche ihrem Ziele nahten, hatte ſich das Thal weit geöffnet, mit ſei⸗ nen ſaftgrünen Hochwieſen zwiſchen den freundlichen Dörfern und zerſtreuten Häuſern, welche überall die Berge bedeckten, manches Kirchlein, halb verſteckt hinter Bäumen, ſchaute her⸗ nieder, mancher zierliche Landſitz reicher Kaufherren aus der nahen Handelsſtadt. Den Hintergrund ſchloſſen die gethürmten Maſſen des Gebirges, hoch im Blau mit dem ewigen Schnee der Alpen bedeckt.

Zwei Reiter kamen den Reiſenden entgegen, es war der Freiherr mit ſeinem Schwiegerſohne. Nicht lange, ſo brauſte auf dem chauſſirten Wege auch ein leichtes Cabriolet, mit zwei ſchwarzen Zwergpferden beſpannt, heran, und Hugo begrüßte Laura mit einem jauchzenden Bergrufe. Die Frauen und Leo Rheinberg erwarteten die Ankommenden im Schloſſe. Es war eine Aufnahme, recht geeignet, auch in das kranke Herz der Arnefeld eine wohlthuende Befriedigung zu ſenken. Emma nahm den Glückwunſch mit einiger Beſchämung auf, wohl mochten ſich bei Laura's Anblick beunruhigende Stimmen in ihrem In⸗ nern erheben, welche ſie an deren ſchönen Bruder und an die Stunden erinnerte, wo ſie für ihn geſchwärmt hatte. Indeſſen half ſie ſich in ihrer Weiſe bald darauf hinweg: Welches