Teil eines Werkes 
2. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 21

und die Mutter fügte ſich. Sie gab bis auf einen gewiſſen Punkt immer nach.

Am frühſten Morgen aufgebrochen Frau von Rothkirch hatte ſie in ihrem Wagen abgeholt erreichten ſie nach einer mehrſtündigen Fahrt auf einer vielgerühmten Straße durch die herrlichſte Gegend die Burg, welche einſt einem vertriebenen Fürſten zum Aſyl gedient hatte: Ulrich von Würtemberg. Im vorigen Jahre hatte die Bewegung, welche benachbarte Länder bis in ihre Grundfeſten erſchüttert hatte, ſich auch bis hieher fortgepflanzt, und Laura war begierig, manchen Ort, von wel⸗ chem ſie damals in öffentlichen Berichten geleſen, jetzt mit Au⸗ gen zu ſehen, aber nun zeigte ſich keine Spur mehr jener ſchlim⸗ men Zeit, die abenteuerlichen Geſtalten, welche überall wie Heuſchreckenſchwärme eingefallen waren, hatten ſich ſpurlos ver⸗ zogen, man ſah wieder nichts, als die ehrbaren Triangelhüte bei den Bauersleuten, und Jeder ging ſeinem Geſchäft nach. Die Landſchaft aber war ſo reizend, daß ſie bald die Gedanken von jener unerfreulichen Erinnerung abzog.

Auf der Burg, deren gut erhaltenes Mauerwerk einen be⸗ trächtlichen Umfang der Höhe einnahm, welche man damit ge⸗ krönt, fand ſich ſchon die erwartete Geſellſchaft und Hugo kam ſeiner Tante und ihren Gäſten entgegen geſprungen. Mein Vater kann erſt zum Mittag hier ſein,meldete er.Aber Wol⸗ deck iſt mit. Der ſchalkhafte Blick auf die Tante belehrte Laura, daß darunter der Bräutigam ſeiner Schweſter zu ver⸗ ſtehen ſei. Dort kam er auch mit den Damen ſchon aus der epheubewachſenen Pforte.

Die Bekanntſchaft machte ſich leicht und ſchnell. Gute, natürliche Menſchen lautete das Urtheil, welches Laura bei