Teil eines Werkes 
1. Bd. (1851)
Entstehung
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Salvator. 19

geſetzte Ufer trug einen andern Charakter, es war bergig, die waldbedeckten Abhänge traten dicht an den See und bildeten mehrere Vorſprünge und Buchten, das Dorf Reſſen lag in einer muldenförmigen Einſenkung des Höhenzuges, der ſeine wenigen Häuſer mit ihren Gärtchen und Obſtbäumen vom See aus wie ein zierlich aufgeſtelltes Spielzeug erſcheinen ließ neben ihm ſtuften ſich wieder die mit den prachtvollſten Waldbäumen bewachſenen Terraſſen des herrſchaftlichen Parks ab, welchen die Kunſt geſchaffen hatte, und auf der höchſten zeigte ſich ein Landhaus im allermodernſten nicht eben ge⸗ ſchmackvollen Style. Mehr als einem Beſchauer, welcher vom See aus die beiden ſo verſchiedenen Ufer betrachtete, war ſchon der Wunſch aufgeſtiegen, die beiden Herrenſitze transpo⸗ niren zu können: das moderne Landhaus in die grüne Fläche, das graue Schloß auf die Waldberge, dann wäre das Bild der Landſchaft erſt ein harmoniſches geworden.

Genug! Steure nur grade zu! ſagte die Großmutter, nachdem ſie ſich genau die Lage der Güter angeſehen hatte. Herr von Arnefeld ſollte Sielitz auch kaufen. So hieß das Dorf, in welchem die Schifferfamilie wohnte, das Dorf mit dem grauen Schloſſe.

Dazu gehören Zwei, Großmutter! entgegnete Karl, den Kahn wendend.

Glaubſt Du, der Kammerherr würde nicht losſchlagen, wenn ihm ein gutes Gebot gemacht würde?

Der verkauft Sielitz nimmermehr! ſagte der Schiffer.

Nun man kann nicht wiſſen, ob's ihm nicht verkauft wird! verſetzte die alte Frau höhniſch.

Oho! rief KarlSo weit ſind wir noch nicht!

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