Salvator.
nennen, als ein Gefühl der Unſicherheit. Ihrer ſelbſt? Lächer⸗ liche Idee! Aber in künftiger Beziehung Unſicherheit, denn ſie konnte dem ftechen Geſellen wieder begegnen, und heißer Zorn brannte auf ihren Wangen, wenn ſie ſich in ſeiner Seele dachte, mit welchem Blick er ſie anſchauen würde. In der Lei⸗ denſchaftlichkeit des Moments hätte Laura faſt gewünſcht, lieber nicht von ihm gerettet worden zu ſein— wir wollen den Ernſt dieſes Wunſches dahin geſtellt ſein laſſen.
Da zuckte noch eine ſtechende Vorſtellung durch ihren Kopf. Wird der Burſch denn ſein Abenteuer verſchweigen? Wird er es etwa— wie in rührenden Liebesgeſchichten aus der Schäfer⸗ und Ritterzeit zu leſen— ſtill und lieb, wie eine köſtliche Perle, im Schreine ſeines Herzens verwahren? Nimmermehr! Vortragen wird er es in der Schenke einem wiehernden Audi⸗ torium halbtrunkener Schifferknechte, und wenn ſich das ſtolze Fräulein von Arnefeld in der Kirche oder auf der Straße zeigt, dann werden ſie ſich luſtig anſtoßen:„Du! das iſt ſie!“
Still, ſtill! Gieb Dich nicht der gehäſſigen Leidenſchaft hin, welche ſich in Deiner Aufregung mehr und mehr entzündet, als wollte ſie zu einem Rachgelüſt werden an einem armen Schiffer, der Dich vom Tode gerettet hat, Mädchen! Denke nicht mehr daran, ſuche die Ruhe— der morgende Tag wird Dich wieder klar finden, wie immer: Du darfſt nicht zur Sclavin der Leidenſchaft herabfinken; ſoll Dein Beiname zu Schanden werden, der Beiname, welchen Dir ein gelegentlicher Scherz gegeben, den Du aber im Kreiſe Deiner Bekannten ſeitdem führeſt und auf welchen Du ſogar ſtolz biſt, Fräulein Verſtand!
Laura ſuchte die Ruhe und fand ſie auch bald. Am andern Morgen aber malte ſie ſich ironiſch aus, wie nach dem Her⸗
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