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mehr zu verleugnen gibt, ſo ſage mir, wo iſt die Gräfin Orkum bis jetzt geweſen?“
„Das werden Sie heute am beſten von ihr ſelbſt erfahren“, verſetzte der hartköpfige Mann, und Fürſt Camillo entließ ihn, um Alles zu bedenken, was die er⸗ haltene Trauerbotſchaft ihm auferlegte. Erſt als er allein war und ſeine Gedanken ſich auf dieſen einen Punkt richteten, fühlte er, wie ſtark in ihm doch trotz aller Entfremdung die Sohnesliebe geblieben war, und er wurde ſehr traurig, daß Alles ſo hatte kommen müſ⸗ ſen. Doch entriß er ſich bald wieder dieſer weichen Stimmung; er hatte die Pflicht, zu handeln, damit es in ſeiner Familie oder vielmehr mit der Einzigen, an welcher er noch hing, nicht noch trauriger würde als bisher.
Mas Antonio kam ihm jedoch zuvor. Er machte einen kleinen Umweg und ſuchte die Wohnung des jun⸗ gen deutſchen Freiherrn auf, von welchem er ſeit länge⸗ rer Zeit ſchon ganz anders dachte als einſt, wo er ge⸗ gen ſeine Nichte Maddalena ſo feindlich über ihn geſpro⸗ chen hatte. Das hatte Maddalena bewirkt.
Fünf Monate waren vergangen ſeit Alexander Or⸗ kum nach langer Haft als Opfer einer gewaltthätigen Militärjuſtiz, die vom Recht nur den Namen hatte, im Volkstumult ebenſo gewaltthätig und rechtlos befreit


