Teil eines Werkes 
3. Bd. (1865)
Entstehung
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Murat.Auch ich halte die Conſequenz im Handeln für die beſte Richtſchnur, aber es gibt doch Lagen, wo man ſich davon losſagen und andere Wege einſchlagen muß. Ich erkenne Ihren Eifer für meinen Dienſt an, gebe Ihnen aber nun vollkommene Freiheit, ſich Ihren eige⸗ nen Intereſſen zu widmen, denn es ſind doch immer auch die Ihrigen, wenn es ſich um die Perſon Ihrer Schweſter handelt. Ich weiß, Sie find mit ihr geſpannt gewe⸗ ſen, wie Sie auch mit Ihrem Vater nicht im beſten Verhältniß ſtehen. Das Letztere kann ich begreifen. Ihr Vater iſt ein Anhänger der Bourbons. Ich ehre ſein loyales Verfahren, dieſe Anhänglichkeit nicht zu leugnen und doch ſich jeder feindſeligen Demonſtration oder Hand⸗ lung gegen meine Regierung zu enthalten; darum hat er meine Achtung; in meinen Staaten wird Niemand um ſeiner politiſchen Grundſätze willen verfolgt, wohl ver⸗ ſtanden, Angri, wenn dieſe nicht zu offenem Aufruhr oder heimlichen Verſchwörungen führen. Sie haben ſich aus Ueberzeugung dem Wohl des Vaterlandes in meinem Dienſt geweiht, darum mag ſich Ihr Vater Ihnen entfremdet haben. Warum aber dies geſpannte Ver⸗ hältniß mit Ihrer Schweſter? Halten Sie nicht länger zurück, weichen Sie mir nicht aus! Wenn Ihr fürſtlicher Stolz ſich gegen die Verbindung mit einem deutſchen Offizier von einfachem Adel ſträubte, nun, ſo habe ich