Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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eine Nachricht vom Commandanten! rief ſie, als ihr der Brief, welchen der Diener gebracht, von Frau, Gianna ſtumm übergeben wurde. Aber der Ausdruck ihres Geſichts veränderte ſich bei dem erſten Blicke auf die Schrift des Couverts.Noch nicht! ſagte ſie der freudig aufgeſprungenen Maddalena und begab ſich in ihr Zimmer, um fern von beobachtenden Augen den Brief ihres Mannes zu leſen. Er enthielt nur wenige Zeilen und der Anfang ließ wieder jenes feindſelige Lächeln um ihre Lippen zucken, welches ſelbſt ihrem ſo reizen den Geſichte einen häßlich entſtellenden Zug verleihen konnte.

Du haſt es Dir ſelbſt zuzuſchreiben, ſtolze Virginiä, daß Dein Sklave ſich ſchriftlich, ſtatt perſönlich, alſo gegen jegliche Dienſtvorſchrift meldet. Warum haſt Du mir den Eintritt in mein eigenes Benefiz verboten? Ich war nicht ganz bei Verſtande, als ich mir das Ehren wort abſchwindeln ließ, aber ich habe es einmal gegeben. Wir ſind alſo glücklich wieder in Neapel, wir, das heißt immer der König und ich privatim und officiell. Virginia's Hände zitterten, ihre Farbe war bis auf den letzten Blutstropfen gewichen, ein Zeuge dieſes Moments würde ſich vor dem Blick ihres nachtſchwarzen Auges entſetzt haben. Sie machte eine Bewegung als wolle ſie wiederum das Billet zerreißen, aber es enthielt nur