Teil eines Werkes 
1. Bd. (1865)
Entstehung
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Zweites Kapitel. Das Hchloß der Fönigin Johanna.

Auf dem platten, mit ſchönen Gewächſen beſetzten Dache der Villa waren an der Baluſtrade, welche daſ⸗ ſelbe umfaßte, Ruheſitze angebracht; von hier ließ ſich die wundervolle Ausſicht auf den Golf und ſeine See⸗ nerie am beſten genießen. Wie im Orient die ſchönſten Stunden des Tages am Morgen, ehe die Sonne zu heiße Strahlen entſendet, und abends, wenn ſie in ihr Flammenbett ſinkt, auf dem Dach des Hauſes zugebracht werden, ja in der heißen Jahreszeit ſelbſt die Nacht, ſo iſt es auch Volksſitte im Süden, dort zu ſitzen und zu plaudern, und die höhern Stände verſchmähen es nicht, wenn es ihnen behagt, ſich dieſer Sitte anzuſchließen.

Die Villa Angri hatte an ſich ſchon eine ſchöne Lage; die Kunſt des Gärtners hatte ihren Umgebungen noch erhöhte Reize verliehen, ſodaß der junge Rhein⸗ länder, als ihn ſeine Tante zum Wohnhauſe führte, ſeine Bewunderung mehrmals äußerte. Auf der Plattform